Kommentare zu
Erste unterliegt in Delbrück
Am Sonntag eines schachgefüllten Wochenendes ging es für unsere erste Mannschaft am zehnten und vorletzten Spieltag nach Delbrück. Noch am Vortag war der Schachklub zahlreich bei unserer Stadtmeisterschaft vertreten gewesen – und hatte uns dabei dankenswerterweise auch mit Spielmaterial unterstützt. Das Duell ist seit Jahren ein fester Bestandteil der Liga, diesmal jedoch vorerst zum letzten Mal.
Während für uns weder Auf- noch Abstieg möglich war, stand für die Delbrücker bereits fest, dass es nicht zum Klassenerhalt reichen würde – schade, nicht zuletzt wegen der kurzen Anreise bei Auswärtsspielen. Immerhin hatten sie zuletzt ihren ersten Saisonsieg eingefahren – und sollten uns mit einem 4,5 : 3,5 kein besonders schönes Abschiedsgeschenk machen.
Den Auftakt bildete die Partie von Cedric Kollenberg (Brett 1). Aus einer symmetrischen Eröffnung heraus wurden früh viele Figuren getauscht, sodass sich eine ausgeglichene Stellung ergab und folgerichtig Remis vereinbart wurde.
Auch die zweite Punkteteilung ließ nicht lange auf sich warten, denn kurz darauf endete die Partie von Ludger Funke (7) ohne größere Aufregung ebenfalls Remis.
Alsbald folgte Sven Behler (2). Nachdem er seinen Gegner am Vortag bei der Stadtmeisterschaft noch mit Weiß besiegt hatte, trafen beide nun mit vertauschten Farben aufeinander. Ausgangs einer interessanten, aber ausgeglichenen Eröffnung einigte man sich nach dem 15. Zug auf Remis.
Zwischenstand: 1,5 : 1,5. Doch dann legte Delbrück vor:
Nach bisher starker Saison erwischte Julius Austermann (3) diesmal einen schwarzen Tag – und lief vor allem voll in die Vorbereitung seines Gegners. Sich nur dunkel an die Variante erinnernd, versuchte er die Stellung durch ein Bauernopfer zu vereinfachen, was jedoch nicht funktionierte. Bereits deutlich im Hintertreffen fand er keinen Zugang mehr zur Partie und konnte seinem Gegner keine Probleme mehr stellen. 2,5 : 1,5 für Delbrück.
Auf drei ausgeglichene Partien und eine klare Entscheidung folgte nun ein echtes Wechselbad der Gefühle – hier konnte alles passieren:
David Austermeier (5) hatte in der Eröffnung eine leicht ungenaue Variante gewählt und musste sich daher auf ein Endspiel mit zerrütteter Bauernstruktur einlassen. Immerhin stand ihm als Kompensation das Läuferpaar zur Verfügung. Nachdem sowohl Doppelbauern als auch ein Läufer abgetauscht worden waren, wurde der Punkt geteilt.
Auch Joel Kollenberg (8) geriet zunächst ins Hintertreffen und musste mit einem Minusbauern in ein Turmendspiel gehen. Der Aussage unseres Mannschaftsführers "Das wird er maximal Remis halten können." folgte wenig später "Wenn, einer gewinnt, dann Joel.", als dieser plötzlich selbst mit Mehrbauern am Drücker war. Aus Respekt vor dem weit vorgerückten gegnerischen Freibauern willigte aber auch er schließlich ins Remis ein.
Beim Stand von 3,5 : 2,5 sah es auf den zwei verbliebenen Brettern lange gar nicht schlecht für Rietberg aus – doch uns sollte heute kein voller Punkt vergönnt sein:
Oliver Flöttmann (4) eröffnete zunächst sehr passiv, was sein Gegner zu einem Angriff auf dem Königsflügel nutzte. Durch die entgegengesetzten Rochaden konnte Oliver jedoch druckvolles Gegenspiel entwickeln. Der Durchbruch wollte ihm trotz Nachdruck nicht gelingen; in der Folge ging sogar ein Bauer verloren. In schwieriger Stellung wurde auch diese Partie immerhin noch remisiert.
Stefan Hiller (6) konnte mit Schwarz von der Eröffnung bis ins Leichtfigurenendspiel mit starkem König, besseren Bauern sowie Springer und Läufer gegen zwei Springer einen komfortablen Vorteil behaupten. Nach einer Springergabel und dem damit verbundenen Läuferverlust wurde es jedoch unnötig spannend. Zwar ermöglichte ein weit vorgerückter Freibauer das unmittelbare Zurückgewinnen der Figur, doch das studienhafte Endspiel blieb lange vorteilhaft für den Gegner. Schlussendlich ließ dieser dann aber ein Dauerschach zum Remis zu.
So stand am Ende eine knappe 4,5 : 3,5 Niederlage zu Buche – bei nur einer entschiedenen Begegnung und sieben teils hart umkämpften Remispartien.
Die SG Turm Rietberg bleibt dank der besseren Brettpunkte auf dem vierten Tabellenplatz. Am 10. Mai steht der elfte und letzte Spieltag an. Zu Hause empfangen wir den auf Rang fünf liegenden SV Soest, den wir natürlich hinter uns lassen wollen.
Bisher sind noch keine Kommentare vorhanden ...