Turm des Monats

In der Rubrik „Turm des Monats“ sollen die Besucher der Turm Rietberg-Seiten fortan Anregungen rund ums Thema Schach finden: Das können lohnende Bücher und Trainings-DVDs sein, aber auch interessante Internet-Seiten oder Hinweise auf spannende Turniere. Die Tipps erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wollen das Rad (bzw. das Schachquadrat) nicht neu erfinden, sondern Anstöße und Anreize geben. Jedes Vereinsmitglied ist außerdem eingeladen, die „Türme“ zu kommentieren und – an den Vereinsabenden oder per Mail - eigene » einzusenden.

Wo jede Figur ihre Bedeutung hat

Im „Turm des Monats“ im Februar geht’s um Studien. Umfragen? Experimente? Empirische Erhebungen? Nein, SCHACH-Studien.

Auch in Corona-Zeiten muss man sich ja fit halten im Kopf. Und wenn man vom digitalen Zocken auf den einschlägig bekannten Portalen genug hat und ein bisschen für sich trainieren möchte, bieten sich Studien an.
Was ist eine Studie? Zunächst mal: Es ist KEINE Taktikaufgabe aus der Spielpraxis (wer das sucht, ist u.a. sehr gut bedient mit John Emms „1001 Schachaufgaben“). Es ist auch KEIN Problemschach (praxisfremd – Finger weg!).
Was ist dann eine Studie? Kurze Antwort: eine aufs Westentliche reduzierte Schach-Aufgabe. Jede (!) Figur hat ihre Bedeutung für die Lösung, die Lösung ist eindeutig, Weiß ist am Zug (falls nicht anders vermerkt) und gewinnt (falls nicht anders vermerkt). Oft ähnelt die Studie einer Endspiel-Stellung, muss es aber nicht. Wikipedia bezeichnet eine Studie als „die mit der Partie am engsten verbundene Form der Schachkomposition“. Was mich beeindruckt: dieses klare, blitzsaubere, schulende, lehrreiche Wesen vieler Studien.
Als ich vor knapp 10 Jahren mit www.schachreisen.eu in der Pfalz urlaubte, machte Initiator und Dozent GM Jörg Hickl Studien zu einem wärmstens empfohlenen Bestandteil der Seminarstunden. Das Problem: Es gibt absurderweise keine gescheite Literatur zu diesem Thema. Das betonte auch Hickl seinerzeit. Und selbst Wiki gibt unter dem entsprechenden Artikel als Literaturverweis nur ein (!) englischsprachiges Buch an – aus dem Jahr 1851.
Ganz so armselig ist die Situation zwar nicht. Aber man muss schon suchen - und Glück haben. 2019 stöberte ich in einem Antiquariat in meiner alten Wahlheimat Bamberg – und stieß zufällig auf „Aus der Welt der Schachstudie“ von Dr. Hans-Hilmar Staudte aus dem Jahr 1961 (Schachverlag Heinz Löffler, gibt's nicht mehr). Gebraucht, 4 Euro – kann man mal machen. Und die Lektüre war lohnenswert! Ein Beispiel (eine meiner Lieblingsaufgaben): Weiß Kd5, Le3, Bg6, Schwarz Kf8, Be7+h7. Weiß am Zug gewinnt.

Zum Schluss noch ein kleiner Tipp für Leute, die alte und im Buchhandel vergriffene Bücher (ob Schach-Studien oder nicht) suchen: Das „Zentrale Verzeichnis Antiquarischer Bücher“ (www.zvab.com) kann zum Beispiel helfen, ebenso die Internet-Seite www.daistesja.de.

(S.B.)

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